Je besser man die Welt durchschaut, desto trüber wird sie oft. Aber nun gibt es bei C.H.Beck eine Reihe, die alle Sinnsuchenden hervorragend navigiert: Die "Kleine Bibliothek der Weltweisheit" bietet zwölf Hörbücher zur klugen Lebensführung. Berühmte Texte mit schlauen Erkenntnissen, merkwürdigen Vorurteilen und charmanten Illusionen.

 

Hygiene der Seele

Epikur: Philosophie des Glücks.
Gelesen von Peter Jordan und Stephan Schad.
Ch.H.Beck, München 2007,
1 CD, 37 Min, 9,95 Euro.

Mit der großen Freiheit der Philosophie analysierte Epikur vor etwa 2 300 Jahren menschliche Bedürfnisse. Als gelte es, die Natur zu überreden, rechnete er dabei jede Wahrnehmung und alles Wissen gesund - bis sich daraus eine Seelenhygiene ergab.
In Athen versammelte er seine Schüler um sich und etablierte das gemeinsame Philosophieren als "Lehre mit Genuss". Zwar thematisierte er das Glück und reflektierte doch nur die Zufriedenheit, aber nie verfiel er der bloßen Meinung.

 

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Harmonie mit System

Konfuzius: Gespräche.
Gelesen von Stefan Kurt.
C.H.Beck, München 2007,
1 CD, 60 Min., 9,95 Euro.

Und Konfuzius sprach: "Die Menschen können die Wahrheit verherrlichen. Nicht verherrlicht die Wahrheit die Menschen." Diese 2 500 Jahre alte Weisheit bleibt unwidersprochen. Doch wusste jener chinesische Philosoph nicht immer seine Worte in hübsches Poesiegeklingel zu verpacken. In seinem System der Harmonie legte er streng den Maßstab für tugendhaftes Verhalten in Aufforderungen an: "Halte", "Ha- be", "Siehe". Jene Belehrungen aber machen aus einem Forschenden noch keinen Wissenden. So ist nicht klar, ob man hier die Stufen geistiger Bildung nimmt oder sich in den Weiten unendlicher Demut verliert. Und wenn man nur lange genug lauscht, widerspricht sich der Meister sogar selbst. Da wird aus Konfuzius bisweilen Konfusius.

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Gott und die Welt

Die Weisheit des Alten Testaments.
Gelesen von Angela Winkler, Walter Schmidinger. Ch.H.Beck, München 2007.
1 CD, 74 Min, 9,95 Euro.

Vor Ehebrecherinnen wird gewarnt, auch vor der Torheit; ganz besonders aber vor Beamten. Auch das Alte Testament ist eine moralische Instanz, dennoch wendet es sich weitaus mehr den Freuden des Lebens zu.
Feste werden gefeiert, die Liebe wird geschätzt. Zwar bleibt das menschliche Dasein in Bezug zu Gott trotzdem armselig. Doch vernimmt selbst der törichte Hörer dankbar, dass die zuweilen sehr gedrechselten Klugheiten geistreich gedolmetscht an sein Ohr gelangen.
Beunruhigend eitel stellt sich in dieser Hör-Reihe nur Nietzsches "Ecce homo" in der Ich-bin-Pose dar. Aber schon wenden sich "Die Reden des Buddha" weise gegen jenen Stolz der trotz'gen Ichheit. Aus dem vorliegenden Dutzend Weltweisheit erhebt sich schließlich Marc Aurel: Seine "Wege zu sich selbst" führen zum Gipfel rhetorischer Brillanz. So beflügeln diese feinen Hörbücher (hochinformative Booklets inklusive) den eigenen Geist. Am Ende hat man gar die Vollkommenheit vor Augen. Doch mit den Unvollkommenen muss man weiter leben.