Was wäre das Leben ohne Freunde? Nur halb so aufregend.
Wie ein paar Freunde von uns einmal gehörig unsere Nachbarn erschreckten ...

 

Freunde sind immer für einen da. Sie haben endlos offene Gefühle, offene Herzen, offene Worte.

Freunde sind etwas Besonderes: Sie verschütten Rotwein und sind einem nicht böse, dass man einen weißen Teppich hat.     Sie gönnen sich gegenseitig aufrichtig Glück und lästern ebenso ehrlich über dieselben Feinde. Freunde malen Bilder, die einem tatsächlich gefallen und empfehlen Kunstfilme, die man wirklich nicht versteht. Freunde feiern ihre Silberhochzeit oder ihr Singledasein. Sie rücken einem den Kopf gerade, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen. Und sie sind auch nachts für einen da. Danke Anke, und Catrin, Bea, Bettina. Echte Freunde machen keine Vorwürfe, wenn man sich lange nicht gemeldet hat. Schließlich erkennt man Freunde daran, dass man beim nächsten Wiedersehen nahtlos ans Gespräch anknüpft, wo man letztens aufgehört hat. Egal, wie viel Zeit dazwischen gelegen haben mag.


offenZum Beispiel Stefan und Ev. Nach langer, langer Zeit kamen sie eines Abends endlich wieder zu Besuch. Sie fuhren im Fahrstuhl mit einem freundlichen Mädchen. Als sie ausstiegen, ging das Mädchen schnurstarcks auf unsere Wohnung zu und schloss auf. „Ja, das ist aber ein Abholdienst“, sagten unsere Freunde entzückt. Das Mädchen lächelte verschämt. Dann ging es in die Wohnung. Unsere Freunde hinterher. Das Mädchen schob ein wenig die Tür ran. „Na, Mausebacke, willst du uns denn nicht reinlassen?“, fragten unsere Freunde. „Wir haben so einen schönen Blumenstrauß.“ Da ging die Tür wieder auf.
„Die haben ja alles umgebaut! Neue Farben, neue Möbel, sogar neue Wände sind gezogen“, stellte meine Freundin in der Wohnung fest. „Haben sie gar nicht erzählt!“
Plötzlich, kurz vorm Wohnzimmer, stellte sich ihnen eine wildfremde Frau in den Weg und fragte erschrocken: „Wer sind sie eigentlich? Und was wollen sie von uns?“
Schnell klärte sich: Es waren nicht die richtigen Leute, es war nicht einmal die richtige Wohnung!
Meine Freundin hörte zwar klar und deutlich meine Stimme – jedoch von einer anderen Etage.
So etwas passiert, wenn man sich lange nicht besucht hat. Ihr Lieben, es war ein lange lustige Nacht, wir freuen uns schon auf die nächste. Denkt dran: Wir sind die offene Tür – ihr könnt uns jederzeit einrennen.
Aber passt auf, dass ihr nächstes Mal in der richtigen Etage aussteigt!