"Und? Machen sie eine Autopsie?" Soeben haben zwei Damen einen Mann verabschiedet, der ohnehin zur Risikogruppe Herzinfarkt gehörte. Gespannt warten sie auf den Totenschein.

Böse-Nacht- Geschichten.
Mords-Frauen & Mords-Kerle.
Gelesen von V. Ferres, Bela B. u.v. a.
Hörverlag 2005. 2 CDs, 140 Min., 19,95 Euro.

Ausgerechnet Veronica Ferres überzeugt hier mit ihrer Lesung von "Ein süßer Tod". Die sonst oft überschätzte Schauspielerin führt auf der CD "Mords-Frauen" ihren Kolleginnen prima vor, wie man einen Krimi nicht nur ans Ohr, sondern unter die Haut bringt. Dagegen ist an Maria Furtwänglers Vortrag nur ihr Geschnake gruselig. Aber keine Furcht, schlimmer wird's nicht.

Ursula Karven darf mit "Ralph, der Rächer" die überraschendste Geschichte lesen, während Hannelore Elsner aus einer mäßigen Vorlage das Beste rausholt. Nach sieben Geschichten ist klar: Oft kommen erst nach der Tat die Herausforderungen (Fassungslosigkeit heucheln, Ermittlungen überstehen). Mord geschieht nicht nur durch Menschenhand (manchmal kommt er auch auf leisen Pfoten daher). Und "Liebling" ist ein häufiger Kosename (der höchste Gefahr signalisiert).

Auf zwei CDs versammeln sich "Böse-Nacht-Geschichten". Weitere sechs Mysterythriller und Kurzkrimis erzählen "Mords-Kerle": Da wird "Der Teppich" eingerollt, mit Leiche versteht sich, und dazu vom bewährten Axel Milberg ganz fabelhaft verpackt. Noch grandioser ist Kurt Weinzierl, der die "Schnauze voll" hat. Er stellt Frieda als derart geschwätzige Vettel dar, dass man seine Gereiztheit unbedingt versteht. Und auch seine Tat. Wer ist hier eigentlich Opfer? So ziemlich jeder - außer der Zuhörer.