Er war ein Asthmatiker, der sich gern mit Zigarre zeigte. Ernesto Guevara ließ sich von keinen Umständen abhalten.

 

Stephan Lahrem:
Che Guevara.
Gelesen von Marion Martienzen und Stephan Benson.
Hoffmann und Campe, Hamburg 2006,
2 CDs, 151 Min., 17,95 Euro.

1928 in ein materiell unabhängiges und intellektuell anspruchsvolles Milieu geboren, verachtete er bald die gesellschaftliche Etikette. Anfangs verloren die Frauen ihn an die Freiheit - als er nach Ecuador, Guatemala und Mexiko reiste-, später an die Revolution.
Zwar beendete er 1953 sein Medizinstudium, doch dann wählte er statt Medikamenten Munition und wurde: Ein Guerilla-Kämpfer, der vorlebte, was er von seinen Männern verlangte. Ein Moralist, der trotz Minister-Karriere auf Privilegien verzichtete. Ein Held, unermüdlich, diszipliniert, radikal.

Als er 1955 Fidel Castro trifft, eint die beiden einiges (Leidenschaft), doch vieles unterscheidet sie auch (Diplomatie, Pathos). 1965 verließ Che Guevara Kuba. Als er 1967 in Bolivien erschossen wird, weiß Castro zu ernten, was Che gesät hatte.

Dieses Hörstück betrachtet nüchtern Leben, Werk und Wirkung und arbeitet sich chronologisch in kurzen Kapiteln durch seine Biografie - aber vermittelt keineswegs die Faszination dieses Individualisten und Abenteurers. Hier bleibt Che ein Mythos - wie für seine fünf Kinder, die ihren Vater entbehren mussten: Es gibt kaum Berührung.