Sie fühlte sich einsam und unwissend. Dabei war sie begehrt und interessant.

Thilo Wydra:
Romy Schneider.
Hörstück mit Katja Riemann,
Hoffmann und Campe, Hamburg 2008,
1 CD, 88 Min., 16,95 Euro.

Auch sie hatte Liebeskrisen, Minderwertigkeitskomplexe, große Verluste und ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter. Sie erlebte die Tiefen der Melancholie und die Höhen der Enttäuschung. Dabei war Romy Schneider (1938 - 1982) eine Jahrhundertschauspielerin, die unerreichbar, einmalig und unsterblich zum Mythos wurde.
Fleißig, begabt und rücksichtslos gegen sich selbst arbeitete sie sich von süßlichen Rollen ins Charakterfach. Zeitig kämpfte sie gegen das Sissi-Image, das sie so hasste. Den zweiten Film "Sissi, die junge Kaiserin" wollte sie schon nicht mehr drehen. Erst gegen den vierten Teil aber konnte sie sich - trotz der Gage von einer Million - durchsetzen.

Das wurde ihr übel genommen, auch dass sie nach Frankreich zog. Ihr neuer Erfolg wirkte wie eine Provokation. Hatte sie bis dahin nicht allen gehört? Lebte sie nicht ein Märchen? Nein, sie diente nur - zwischen all den Blitzlichtern und Rosensträußen als Dekoration. Mutter Magda vermarktete sie, der Stiefvater brachte ihre Gagen durch, die Medien führten sie chauvinistisch vor. Das war sehr real. Wen interessierte schon Romy Schneiders Innenleben? Und, dass sie nicht länger fremdgesteuert leben wollte?

Dieses Hörstück respektiert das. Folgerichtig bedient es keinerlei voyeuristische Neigung. Stattdessen stellt es schlicht und sachlich Zusammenhänge her. Es klingt wie die Chronik eines Suizids auf Raten.