Ein Seufzer läuft Schlittschuh - und bringt die Eisbahn unter sich zum Schmelzen. Anderswo führt eine Hausschnecke Selbstgespräche. Hockt ein Schnupfen auf der Terrasse. Hört die Fledermaus sich von Strauss. Herrlich! Solche und viele andere schäkernde Gedankenbrüche entwarf Christian Morgenstern (1871-1914).

 

Klassiker des Humors:
Morgenstern, Tucholsky, Busch, Ringelnatz
107 Geschichten und Gedichte lesen:
Frank Arnold, Janina Sachau, Johannes Steck.
Audiobuch, Freiburg 2007.
4 CDs, 303 Minuten, 14,90 Euro.

Er ist einer der vier "Klassiker des Humors", die der Audiobuch Verlag in einer sehr geglückten Hörbuchbox herausgibt. Diese Sammlung ist zudem überaus preiswert, was jedoch nicht die billige Optik des Booklets rechtfertigt. "Welch ein Graus" würde da Wilhelm Busch (1832-1908) rufen - und sich darüber wundern, dass es noch dümmere Streiche gibt, als die gebotenen von Max und Moritz.

Hier, wo die Robben seelöwisch sprechen, tote Hummer nicht mehr leben und ein Briefmark was Schönes erlebte ("er klebte") - kommen die geistreichen und vergnüglichen Gedanken aber doch noch zu ihrem Recht: durch hervorragende Sprecher wie den wandlungsfähigen Johannes Steck. Er trifft genau die absurde Nörgelstimmung von Joachim Ringelnatz (1883-1934), mit der ein zynischer Vater seinen Sohn terrorisiert und wahnsinnig macht. Bei Kurt Tucholsky (1890- 1935) dagegen verzweifelt ein Ehepaar: Es erzählt einen Witz. Am Ende trennt sich das Paar, der Gast - Herr Panter - bleibt irritiert zurück.

All dies lässt einen noch immer anständig lachen. Zwar ist die Pointe des Witzes bis heute nicht bekannt, doch jene Klassiker sind unvergessen.