Pu, der Bär, kehrt zurück und bringt nochmal Harry Rowohlt mit

 

David Benedictus
Pu der Bär:
Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald
Gelesen von Harry Rowohlt
Kein & Aber, Zürich 2009,
3 CDs. 19,90 Euro.

Als ein kleiner Bär vor zwei Jahren 80. Burzeltag feierte, kam "Die Goldene Pu-Edition" heraus. 700 000 Mal verkaufte sich das Hörbuch - nicht nur an Kinder. Der Erfolg war so unerwartet groß wie die Sehnsucht nach der heilen Welt. Klar, dass so ein Triumph weitergehen sollte.
Aber der bewährte Pu-Übersetzer und Vortragskünstler Harry Rowohlt war fest entschlossen, "eine Fortschreibung das Letzte" zu finden. Nur mit finsterstem Vorsatz ließ er sich herab, die neuen Geschichten zu lesen - und war rundweg begeistert.

Soeben erschien sie nun: die "Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald". Schon das Booklet mit den hinreißenden Illustrationen von Mark Burgess reicht an die einstigen Bildvorlagen von Ernest Shepard heran. Zwar maulte ein Kritiker, die Bilder seien "öde" - man kann sie aber auch anders sehen: Sie halten sich nämlich aufrichtig an das Vorbild.

Und auch die Geschichten wirken keineswegs "konstruiert": Auf den Spuren des Wegbereiters A. A. Milne, dessen Originalausgabe 1926 erschien, setzt der britische Autor David Benedictus die honigsüßen, aber nie klebrigen Episoden von Pu nun wie selbstverständlich fort. Und einzigartig interpretiert Harry Rowohlt die Charaktere von Pu, Ferkel, I-AH, Oile, Tieger, Klein Ruh und den anderen. Dabei schnorchelt er sich ins Gehör - so tröstlich, dass sich die Friedlichkeit jener Wald-Welt selbst vor den Pessimisten glaubhaft entfaltet.

Wie lange dauern Kekse? Warum kommt im Wald das Laute immer einzeln? Sind Bären für Fahrräder gedacht? Das sind herrlich arglose Probleme. Natürlich gibt es im Hundertsechzig-Morgen-Wald auch Regeln ("Mit nacktem Finger zeigt man nicht auf Wackelpudding!"). Oder Krisensitzungen. Es gibt sogar eine Volkszählung, bei dem Kaninchen als Supervisor imponiert ...

Diese andere Welt ist ein Vergnügen und wird durch Harry Rowohlt zur Offenbarung. So sagen die einen, Rowohlt sei "der beste Interpret"; andere dagegen meinen, er sei "der überhaupt allerbeste".